Vom Winde verweht – und gefangen

Gestern Abend bin ich davon ausgegangen, dass sich das Wetter wie immer bei Unwetterwarnungen verhält – wir bekommen nichts davon ab, aber um uns herum geht die Welt unter. Hmm, falsch gedacht. Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Als ich dann heute Morgen aus den Fenster geschaut habe, war mein erster Gedanke, „Wie komme ich morgen zur Arbeit?“, und der zweite, „Was ist, wenn jetzt der Melder piept?“. Die Arbeit habe ich erstmal nach hinten geschoben. Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit hat in diesem Moment Priorität.

Wenn man die aktuelle Situation mal ganz nüchtern betrachtet, ist es ja schon ein riesiges Problem die Wohnung zu verlassen, ohne das der Ganze Eingangsbereich eingeschneit ist. Ich habe erstmal ganz schön blöd aus der Wäsche geschaut. Das Wetter hat mich nicht nur überrascht, sondern förmlich überrumpelt. Ich kann mich nicht daran erinnern, schonmal so viel Schnee auf einmal gesehen zu haben.

Erstmal in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken, und abwarten was die Zeit so mit sich bringt. Ändern kann ich an der Prekären Situation gerade sowieso nichts. Wie der Zufall es so will folgt das nächste Ereignis auch sofort. Sollte man nicht davon ausgehen, dass bei diesen Schneemassen auf den Straßen, jeder zu Hause bleibt? So würde es zumindest der gesunde Menschenverstand erwarten.

Als auf einmal jemand an unserem Haus vorbeigefahren kommt, habe ich das zweite Mal heute morgen blöd aus der Wäsche geschaut. Im nächsten Moment wusste ich nicht, ob ich schadenfroh lache oder lieber besorgt sein sollte. Das Auto kam von jetzt auf gleich zum Stehen. Es ging nichts mehr vor oder zurück. Nach fünf oder sechs Versuchen stieg der Betroffene aus und begutachtete die missliche Lage. Nachdem festgestellt wurde, dass die Lage nicht auf die leichte Schulter genommen werden kann, stieg der Fahrer wieder ein und versuchte erneut von der Stelle zu kommen.

Aussichtslos beschreib die aktuelle Situation sehr treffen. Das stellte der Pechvogel auch fest, stieg aus und machte sich dem Wind entgegenlaufend auf den Weg die Straße herunter. Wenige Minuten später kamen zwei Personen mit einer Schneeschaufel bewaffnet wieder, und machten sich ans Werk. Anfangs sah das Ganze ja noch gut aus. die Räder waren freigeschaufelt, und der Fahrer versuchte rückwärts die Straße wieder zurück zu fahren. Doch da zeigte sich erst das richtige Problem. Der Wagen lag auf einer Schneeverwehung auf. Das stellten auch die Beiden sehr schnell fest. Sie machten sich mit Ihrer Schneeschaufel wieder auf den Weg die Straße herunter.

Diesmal kamen Sie aber nicht mit einer Person mehr zurück, sondern gleich zu viert, bewaffnet mit zwei Schneeschaufeln. Der Schnee unter dem Wagen war relativ schnell beseitigt. Durch die vielen Anfahrversuche saß so viel Schnee auf den Reife, dass diese durchdrehten. Jetzt war Muskelkraft gefragt. langsames Rückwärtsfahren unterstütz mit der Kraft dreier Männer, die das Auto von vorne mit anschoben. Endlich geschafft. Das Auto war wieder frei.

Zirka eine halbe Stunde später war von den Spuren nichts mehr zu sehen. Doch was ist wenn wir mit der Feuerwehr ausrücken müssen, kommen wir mit dem HLF durch die Schneemassen durch? Die Antwort der anderen Kameraden war nur, „Ja, wir haben Allrad, und im Zweifelsfall 8 Personen die schieben können.“, damit habe ich nicht gerechnet. Als nächstes stellte sich mir die Frage, wie ich denn überhaupt zum Gerätehaus kommen soll. Mit dem Fahrrad wird das nichts. Da bleibt mir wohl nur die Option mich irgendwie zu Fuß durchzukämpfen.

Fest steht für mich auf jeden Fall, wenn der Melder geht, muss ich los. Wie genau, weis ich jetzt noch nicht, aber irgendeinen Weg werde ich bestimmt finden. Schreibt doch mal in die Kommentare, was Ihr heute schon erlebt habt.

Ein Kommentar

  1. Ich habe einfach nur einen wunderbaren Spaziergang im Schnee gemacht. Durch die erste Schneewehe bin ich durch zum Vogelhäuschen, Fett- und Streufutter. Dann bin ich Richtung Steinhagener Bürgerpark gegangen, es war mühsam aber einfach herrlich. Endlich ergab das Schild im Park mal einen Sinn: „Kein Winterdienst, betreten auf eigene Gefahr.“ Egal, ich wusste ja, wo die Wege sind.
    Schwieriger war es da schon, die nächste Straße zu überqueren, um auf die Straße zu gelangen, musste man fast über einen Meter hohen Schnee, da war es leichter, über die schon geräumte Straße zu laufen. An der nächsten Straße sah ich weiter rauf auf der Straße ein Auto feststecken. Hier ist keiner mehr den Winter gewohnt. Und dann die Leute, die sich vom Bäcker nach Hause kämpften um 11:00 Uhr. Wir haben gestern die Brötchen für das ganze Wochenende geholt, nachdem wir die Wettervorhersage gehört hatten.
    Ein Schneespaziergang, anstrengend aber herrlich

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